Mein Praxisraum ist mein kleines Heiligtum – ein Ort, an dem nicht nur ich mich wohlfühlen möchte, sondern auch die Menschen, die meine Praxis aufsuchen, zur Ruhe kommen dürfen. Für mich ist es wichtig, dass dieser Raum Wärme, Lebendigkeit und echte Verbindung ausstrahlt – etwas, das spürbar ist und über bloße Dekoration hinausgeht.
Also entschied ich mich damals für einen grünen Vorhang aus hängenden Kunstpfl anzen. Er sah wirklich schön aus: stilvoll, immergrün, ordentlich arrangiert. Doch schon beim Aufhängen spürte ich ein leises Unbehagen. Irgendetwas daran fühlte sich… falsch an.
Was mich störte? - Die Pfl anzen waren nicht echt. Sie waren künstlich.
Schön, aber leblos
Auf den ersten Blick schien alles perfekt: Immergrün, keine welken Blätter, kein Pfl egeaufwand. Doch genau das machte sie leblos. Kein Duft, kein Wachstum, keine Veränderung – nur eine perfekte Fassade.
Dabei geht es in meiner Arbeit genau um das Gegenteil: um das Echte, das Lebendige, das sich wandeln darf. Um Entwicklung, die manchmal unordentlich ist, aber echt. Echtheit ist es, was in der Supervision, in energetischer Begleitung und im Leben Heilung möglich macht.
Der Mut zum Echten
Ich war lange auf der Suche nach einem passenden Ersatz. Und wie so oft, wenn man das Künstliche loslässt, darf das Echte seinen Platz fi nden: Schließlich durften vier Efeupfl anzen in meine Praxis einziehen.
Gerade Efeu passt so gut hierher – er steht für Beständigkeit, Anpassungsfähigkeit und stetiges Wachstum. Efeu breitet sich aus, sucht sich seinen Weg, rankt in alle Richtungen und schenkt frisches, lebendiges Grün. Er bringt nicht nur Sauerstoff ins Zimmer, sondern auch spürbare Lebendigkeit in die Atmosphäre – für die Menschen, die zu mir kommen, ein stiller, grüner Begleiter, der daran erinnert: Wachstum geschieht im eigenen Tempo.
Diese Entscheidung war mehr als nur eine dekorative Veränderung.
Sie war ein klares Bekenntnis zur Echtheit:
zum Lebendigen, das nicht immer gleich aussieht,
zum Wandel, der Spuren hinterlässt,
und zur Schönheit, die gerade in der Unvollkommenheit liegt.
✨ Was das mit uns selbst zu tun hat
Wie oft dekorieren wir uns selbst für andere? Wie oft zeigen wir nur die glatte Fassade, um zu wirken, wie wir glauben, sein zu müssen – ruhig, perfekt, unauffällig? Dabei liegt unsere Kraft im Echten. Denn das Leben wächst, es stolpert, es wandelt sich. Genau das macht uns menschlich, berührbar, verbunden.
Meine Einladung an dich
Vielleicht magst du dir selbst einmal diese Fragen stellen:
Wo in deinem Leben vertraust du noch auf „Kunstpfl anzen“ – und wo darf etwas Echtes wachsen?
Wo darfst du dich zeigen, so wie du bist – lebendig, manchmal unordentlich, aber immer echt?
Lass uns gemeinsam Räume schaffen, in denen Echtes Wurzeln schlagen darf.

